Going veggie. Again.
Hier wird aktuell wieder gesund gegessen. Naja, nicht durchgehend gesund, der konstante Influx geschenkter Süßigkeiten muss ja auch bewältigt werden. Aber fleischlos. Das Kind ist mal wieder beeinflusst durch die zahlreichen Freundinnen, die vegetarisch oder auch vegan leben, und möchte sich erfahrungs- und überzeugungstechnisch angleichen. Es ist nicht die erste solcher Phasen, aber sie scheint recht stabil diesmal und dauert nun doch schon eine Weile. Ich werde gebeten, nicht nur kein Fleisch und keine Wurstwaren zu kaufen, sondern auch veganen Parmesan (is there?) oder Sojajoghurt. Nun ja, an den Regalen mit verarbeitetem totem Tier im Supermarkt vorbeizugehen finde ich einfach, aber Käse ohne Milch? Die Tochter mag ohnehin keinen Käse, aber ich schon, sehr sogar und ich möchte auch nicht ganz ohne weiterleben. Und Sojajoghurt, seien wir ehrlich, schmeckt nicht wirklich nach Joghurt.
Ich übe mich nun also in der Herstellung von bekannten aber abgewandelt pflanzenbasierten Gerichten, zum Beispiel habe ich eine ziemlich leckere Linsenbolognese hinbekommen. Ziemlich lecker in meiner Wahrnehmung zumindest. Wie so oft in diesem Zusammenhang mache ich eine Menge, die vier Portionen entspricht, ein Überbleibsel aus der Zeit, als ich routinemäßig für vier Personen zu kochen hatte, ich schaffe es nicht wirklich, mir das abzugewöhnen, weil ja auch die meisten Rezepte Zutaten für etwa diese Menge angeben. Ich finde diese Linsenbolo aber auch außerordentlich gelungen, mache mir am 2. Tag dazu Polentaschnitten, weil ich ein bisschen genug von Nudeln habe. Wenn ich Hunger habe, stehe ich bisweilen vor anderen Problemen, die der Zubereitung von Essen entgegenstehen, nämlich Appetitlosigkeit und Faulheit. Ich habe nicht wirklich Lust auf irgendwas und ich muss jedes einzelne Gericht selbst machen. Insofern ist dieses perfekt für mich: gut vorzubereiten, rasch aufzuwärmen, einfach zu essen, gut sättigend.
Was glauben Sie, sagt Tochter dazu? Isst sie solidarisch-freudig mit bei den Resten dieses Gerichts? Sie kennen die Antwort. Sie macht sich selbst Eierreis. Sie kauft im Asia-Shop irgendwelche Gebäckstangen, die in minderwertigen Szechuan-Pfeffer gewälzt sind und so erbärmlich schmecken und stinken, dass sie das Zeug zuerst im Kühlschrank in einer Tupperdose versteckt und dann meine Hilfe braucht, um es wieder auszupacken und wegzuwerfen („Danke, Mama, jetzt hast du mich gerettet!“).
Ich gebe selbstverständlich nicht auf, sondern werde weiter ausprobieren, heute stelle ich mich einer neuen großen Herausforderung: Hokkaido-Kürbis in anderer Form als Suppe. Sehr zuversichtlich, dass sie begeistert aufgenommen wird, bin ich indes nicht, aber als Elter ist das ohnehin eine gewohnte Erfahrung.
Musik zum Tag: Kleine Rückkehr zu einem Album, das ich vor ein paar Herbsten rauf und runter spielte, das mich konstant vorwärtstrieb und mir die Tage versüßte. Ich mag auch das ein wenig skurrile Video.